# Wie wird sich die EU-Erweiterung entwickeln?

Wie wird sich die EU-Erweiterung entwickeln?

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Am 1. Mai 2004 wurden Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern als vollwertige Mitglieder in die Europäische Union aufgenommen. Am 1.Januar 2007 sind auch Bulgarien und Rumänien hinzugekommen. Die EU umfasst damit 27 Mitgliedstaaten.

Kroatien wurde am 18. Juni 2004 der Status eines offiziellen Beitrittskandidaten verliehen. Der Europäische Rat beschloss am 17. Dezember 2004, die Beitrittsverhandlungen am 17. März 2005 zu beginnen. Da die Zusammenarbeit der kroatischen Regierung mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag von vielen Mitgliedsländern der Union als ungenügend beurteilt wurde, verschob man den Verhandlungsbeginn auf unbestimmte Zeit, bis sich eine Besserung einstellen würde. Nachdem die Chefanklägerin des Strafgerichtshof, Carla del Ponte, am 3. Oktober 2005 eine veränderte Haltung der kroatischen Behörden in dieser Frage und eine zufrieden stellende Zusammenarbeit bescheinigt hatte, wurden im direkten Anschluss an die erste Gesprächsrunde mit der Türkei zu deren Beitritt am 4. Oktober 2005 auch mit Kroatien die offiziellen Beitrittsverhandlungen aufgenommen. Als realistischer Aufnahmetermin Kroatiens gilt 2009 oder 2010, zumal im Frühjahr 2009 die nächsten Europawahlen stattfinden werden.

Seit dem 3. Oktober 2005 laufen die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Angesichts des relativen geringen wirtschaftlichen Entwicklungsgrades des Landes wird ein Beitritt vor dem Jahr 2015 jedoch allgemein für höchst unwahrscheinlich gehalten. Die Aufnahme von Verhandlungen mit der Türkei war bis zuletzt sehr umstritten.

Mazedonien wurde am 15./16. Dezember 2005 der Status eines Beitrittskandidaten verliehen. Wichtige Voraussetzung dafür waren die erfolgreichen Bemühungen der mazedonischen Gesellschaft, die ethnischen Spannungen im Lande abzubauen. Es hatte am 22. März 2004 in Dublin seine Aufnahme offiziell beantragt. Durch den Tod des damaligen Präsidenten Boris Trajkovski am 26. Februar 2004 war dies vertagt worden. Ein Termin für den Beginn von Beitrittsverhandlungen wurde nicht genannt. Eine weitere Annäherung soll gebunden sein an eine generelle Debatte der EU über künftige Erweiterungsrunden. Ein Beitritt solle zudem von der Aufnahmefähigkeit der EU abhängen.

Potentielle Beitrittskandidaten sind außerdem aus Sicht der EU die vier Balkanländer Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Albanien. Auf dem Gipfel in Thessaloniki wurde 2003 die Integration der Staaten des früheren Jugoslawien als das nächste große Ziel in der EU-Erweiterung festgelegt.

Nach einer Parlamentsabstimmung will zudem Island am 27. Juli 2009 einen Beitrittsantrag zur EU einreichen.

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