Florenz

Auch die Landwirte müssen leben

Neukirchen-Vluyn |

EU plant Verbot unlauterer Handelspraktiken in der Lebensmittelkette

Gestern einigten sich die Agrarminister auf einen besseren Schutz von Bauern gegen unfaire Handelspraktiken. Auch im Europaparlament wird gerade eine Position dazu festgelegt, bevor die finalen Verhandlungen über das Gesetz starten. „Im Umwelt- und Agrarausschuss befassen wir uns eingehend mit diesem Thema. Am Niederrhein und auch in NRW haben wir sehr niedrige Lebensmittelpreise, unfaire Handelspraktiken, das weiß ich als Landwirt, sind gang und gäbe. Hähnchenkeulen für ein paar Cent bedeuten, dass die Landwirte hinten und vorne nicht mit den am Markt erzielten Preisen ihren Lebensunterhalt verdienen können. Von einer artgerechten Haltung und Aufzucht der Tiere gar nicht zu sprechen“, sagt Karl-Heinz Florenz, CDU-Europaabgeordneter vom Niederrhein.

Florenz führt näher aus: „Landwirtschaftliche Betriebe und kleine Lebensmittelunternehmen sind allzu oft dem Druck, oft auch Preisdruck, der großen Einzelhandelsketten ausgesetzt, da sie auf deren Vertriebswege angewiesen sind, um ihre Erzeugnisse an die Verbraucher zu bringen. Auch Landwirte am Niederrhein kennen das Problem. Es kann aber nicht sein, dass ein Liter Milch weniger kostet als ein Liter Mineralwasser. Natürlich haben die unterschiedlichen Marktteilnehmer unterschiedlich starke Verhandlungspositionen, aber auch die Landwirte müssen leben können. Dass wir uns nun auf europäischer Ebene für ein Ende dieser fast schon Ausbeuterei und für mehr Fairness einsetzen, unterstütze ich daher.“

 

Mehr Informationen zur Position der Agrarminister finden Sie hier:

http://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2018/10/01/better-protection-for-farmers-against-unfair-trading-practices-council-agrees-its-negotiating-position/

 

 

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