Florenz

EU-Importverbot für Wildvögel notwendig

Brüssel |

Verdrängung einheimischer Arten verhindern/ Einschleppung der Vogelgrippe stoppen/ Diskussion mit der Kommission morgen im EP-Umweltausschuss

Die negativen Auswirkungen der Einfuhr von Wildvögeln in die EU legen ein Importverbot nahe. Die Vogelarten sind oft in ihrer Heimat stark dezimiert und verdrängen hier die einheimischen Arten. Dazu sind sie ein Einfallstor für die Vogelgrippe und andere Krankheiten, sagte der Vorsitzende des EP-Umweltausschusses, Karl-Heinz Florenz (CDU).

In den Jahren 2000 bis 2003 wurden weltweit über drei Millionen Wildvögel gehandelt. 90 Prozent davon wurden in die EU importiert, allein 215.000 nach Deutschland. Trotz eines weltweiten Abkommens zum Schutz bedrohter Tierarten (CITES) werden immer noch viele Vogelarten illegal in die EU eingeführt. Bei manchen Arten sterben nach Schätzungen bis zu 60 Prozent aller Vögel dem Weg zwischen Fang und Tierhandlung auf qualvolle Weise, so der CDU-Europaabgeordnete.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments wird morgen vormittag die mündliche Anfrage von Karl-Heinz Florenz mit der Europäischen Kommission erörtern. Ein Problem sind die importierten Wildvögel, die entkommen und in der EU einheimische Arten verdrängen. Dies ist zum Beispiel bei der Schwarzkopf-Ruderente der Fall, die den Bestand der heimischen Weißkopf-Ruderente mancherorts stark dezimiert. Die EU-Naturschutzgesetzgebung verbietet den Handel mit heimischen Vogelarten, lässt aber dem Import aus Drittländern zu. Das ist unhaltbar, so Florenz.

Der vollständige Importstopp für (CITES-gelistete) Wildvögel in den USA habe einen deutlichen Rückgang der illegal gehandelten Tiere bewirkt. Das betrifft auch südamerikanische Papageienarten, die vom Aussterben bedroht sind. Ich glaube, wir müssen aus Gründen der weltweiten Arterhaltung und einer besseren Bekämpfung der Vogelgrippe über ein Importverbot von Wildvögeln nachdenken, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments.

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