Florenz

Gentechnik: EuGH-Urteil kommt einem Auswanderungsgesetz gleich

Neukirchen-Vluyn |

Karl-Heinz Florenz, CDU-Europaabgeordneter vom Niederrhein und Landwirt, sieht das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Gentechnik kritisch: „Für unsere Forscher und Entwickler kommt dieses Urteil einem ‚Auswanderungsgesetz‘ gleich. Die Biotech-Industrie wird weiter abwandern und ihre Forschungszentren woanders errichten.“

„Ich wünsche mir eine aufgeschlossenere Haltung gegenüber der Genschere. Wir dürfen uns Innovationen nicht mehr komplett verschließen, sondern müssen sachlich diskutieren. Wo liegen die Risiken, wo die Vorteile. Ich bin für moderne Pflanzen offen. Wir kritisieren einerseits ständig die intensive Landwirtschaft, den zu starken Pestizid- und Düngemitteleinsatz, aber wie wollen wir ohne Intensivierung und ohne innovative Techniken eine stark steigende Weltbevölkerung ernähren? Wir müssen aus weniger mehr machen und dabei auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse nutzen. Wir müssen aus dem begrenzten Boden, aus begrenzten Ressourcen, ohne weitere Regenwälder abzuholzen, mehr Nahrungsmittel erzeugen. Und hier können mit moderner Pflanzentechnik behandelte Pflanzen, die resistent sind oder auf trockenen Böden wachsen, eine immer größere Rolle spielen. Selbst wenn wir die Lebensmittelverschwendung im Westen eindämmen und die derzeitige landwirtschaftliche Produktion noch effizienter und nachhaltiger machen, werden wir nicht genug für alle haben“, so Florenz.

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