Florenz

Großer Fehler am eigenen Volk?

Neukirchen-Vluyn |

Brexit schadet der britischen Wirtschaft

Die britische Regierung hat erstmals zugegeben, dass der Brexit dem Wohlstand Großbritanniens in jedem Fall schaden werde. Dazu kommentiert Karl-Heinz Florenz, CDU-Europaabgeordneter vom Niederrhein: „Auch Politiker müssen sich an belastbare Argumente halten. Wenn Wohlstandsverluste von fast 4 Prozent kein Grund zum Umdenken sind, begehen die zuständigen britischen Politiker möglicherweise einen großen Fehler gegenüber dem eigenen Volk. Hoffentlich sind sich alle Akteure dieser großen Verantwortung bewusst. Für alle Beteiligten wäre ein Exit vom Brexit am besten, diesen halte ich noch immer nicht für ausgeschlossen. Ansonsten wird es eine Lose-Lose-Situation für alle, egal ob mit oder ohne Austrittsabkommen.“

Nach den Ergebnissen der von der britischen Regierung in Auftrag gegebenen Studie wird die britische Wirtschaft 15 Jahre nach Ende der Übergangszeit, also im Jahr 2035 rund 3,9 Prozent kleiner sein, als wenn Großbritannien in der Europäischen Union geblieben wäre. Noch schlimmer träfe es die Wirtschaft bei einem sogenannten No-Deal-Szenario, das heißt, wenn es zu einem Austritt ohne Austrittsabkommen käme: Dann wäre die Wirtschaftsleistung rund 9 Prozent kleiner als bei einem Verbleib in der EU.

Die Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union endet am 29. März 2019. Sowohl das britische als auch das Europäische Parlament müssen dem Entwurf für einen Austrittsvertrag zwischen der EU und Großbritannien noch zustimmen. Sollte der Vertrag keine Zustimmung bekommen, so würde das Vereinigte Königreich die Union ohne Austrittsregelungen verlassen.

Die Analyse der britischen Regierung zu den wirtschaftlichen Folgen des Brexit finden Sie hier: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/759762/28_November_EU_Exit_-_Long-term_economic_analysis.pdf

 

 

Zurück